Ernährungstipps für Dialysepatienten

Die Ernährung eines Dialysepatienten ist nicht einfach.

Die Nahrung soll eine nur begrenzte Menge an Wasser, Kalium, Phosphor und Kochsalz enthalten. Andererseits soll die Nahrung Kalorisch hochwertig und schmackhaft sein und soll gerade für den Dialysepatienten einen eiweißreichen Aufbau besitzen.

Auf dieser Seite finden Sie Anleitungen in der Verwendung von Lebensmitteln, die von Ernährungs- und Nierenspezialisten für Dialysepatienten zusammengestellt wurden.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Zusammenfassung von Lebensmitteln, die für Dialysepatienten geeignet (G) sind. Ungeeignete bzw. nicht empfehlenswerte Lebensmittel (mit (U) gekennzeichnet) sind den geeigneten Lebensmittel jeweils gegenübergestellt.
Die mit (U) versehenen Lebensmittel haben eine zusätzliche Kennzeichnung, die angibt, aus welchem Grund sie nicht geeignet sind: (K) = kaliumreich, (P) = phosphatreich, (S) = salzreich, (W) = sehr wasserhaltig.

 

Wählen Sie aus folgenden Nährstoffen aus:

Getränke | Fett | Knabbereien | Obst | Milchprodukte | Fleisch | Gemüse | Getreideprodukte, Kartoffeln 


Weitere wichtige Hinweise für die korrekte Verwendung und Zubereitung der Nahrungsmittel

Getränke und Flüssigkeiten | Kalium einsparen | Phosphat einsparen | Salz einsparen  | E-Nummern

 

 

 

(G)
Wasser, Mineralwasser (salzarm), schwarzer Tee, Früchtetee, Kaffee, Malzkaffee, Fruchtsäfte - nur mit Wasser stark verdünnt
   
(U) Obstsäfte (K), Gemüsesäfte (K), Cola (P), Wein (K), Kakao (K), Milch (P)
 

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(G)
Hochwertige Pflanzenöle (Oliven-, Mais-, Rapsöle), Butter, Margarine, Schmalz, Mayonnaise
 

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(G)
Popcorn (ohne Salz), Reiswaffeln, Gebäck ohne Backpulver (verwenden Sie Kinderbrause anstatt Backpulver - funktioniert sehr gut), Gummibärchen, Fruchteis, Sahneeis
   
(U)
Nüsse (K,P), Erdnüsse (P,S), Cashewkerne (P,K), Kartoffelchips (K,P), Salzstangen (S), kakaohaltige Süßwaren und Backwaren (K,P), mit Backpulver hergestelltes Gebäck (P), Pralinen (K,P), Lakritze (K,P), Käsegebäck (S), Kräuterbonbons (K), Milcheis (P)  
 

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(G)
Frischobst: Orangen, Mandarinen (nur 100 g pro Tag), Äpfel, Birnen, Himbeeren, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren
Obst aus Konserven - Obstsaft (K) muss verworfen werden: Mandarinen, Äpfel, Apfelmus, Birnen, Himbeeren, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Honigmelone,
Marmelade, Rote Grütze (Obstsaft durch gesüßtes Wasser mit etwas Zitronensaft oder Himbeersirup ersetzen)  -  Obstmenge pro Tag nicht mehr als 200 g
   
(U)
Trockenobst (K), Bananen (K), Kirschen (K), Aprikosen (K), Holunderbeeren (K), Kiwi (K), Mango (K), Mirabellen (K), Pflaumen (K), Pfirsich (K), Quitten (K), Johannisbeeren (K), Stachelbeeren (K), Wassermelone (K,W)  
 

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(G)
Verwenden Sie fette! Milchprodukte: Süßrahm, Sauerrahm, Kaffeesahne, süße Sahne-Wassermischung als Milchersatz (Grundlage für Milchspeisen und Puddings), Harzer-, Hütten-, Frischkäse, Quark und Quarkspeisen, Camembert, Brie - 60% fetthaltigen Käse bevorzugen!
   
(U)
Milch (P,K), Kondensmilch (P), Kaffeeweißer (P), Trockenmilch (P), Joghurt (P), Kefir (P), alle Produkte auf Milch-, Joghurt-, Kefirbasis (P), Schmelzkäse (P), Kochkäse (P), Scheibletten (P), weicher Schnittkäse (P), Emmentaler (P), Cheddar (P), Schafskäse (P), Gruyere (P), Mozzarella (P), Puddings und Cremes auf Milchbasis (P) 
 

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(G)

Fleisch von allen Tierarten kann genossen werden
Wurst: Roher Schinken, Fleischwurst, Mettwurst, Leberwurst, Bierschinken, Cervelat, Mortadella, Wiener, Corned Beef, Jagdwurst, Bauchspeck, mit Zitratzusatz hergestellte Leberkäse und Brühwürste (Lyoner, Weißwürste etc.)
Fisch: Lachs, Bismarckhering, Dorsch, Scholle, Sardinen, Krabben, Fischstäbchen
Eier: Frischeier können in jeder Zubereitungsart genossen werden (aber Vorsicht: Eigelb enthält viel Phosphat und Cholesterin. Wenn möglich soll Eigelb nicht mehr als eines bis zwei pro Woche genossen werden)
   
(U)
Alle Innereien (P), Fleischkonserven (P), Kassler (K,P), Leberkäse (K,P), Brühwurst (P)
Brathering (P), Flunder (K,P), Forelle (K,P), Zander (K,P), Lachs (geräuchert) (K,P), marinierte Heringe (P), geräucherte Fischwaren (P), Fischkonserven (P,S)
Reines Eigelb (P), Eipulver (P)
 

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(G)
Ca. 200 g: Gurke, Zwiebeln, Chicoree, Chinakohl, Shiitake Pilze
Konservengemüse (Flüssigkeit abgießen) Champignons, grüne Bohnen, Sauerkrauut, Pfifferlinge   und
Ca.100 g: Auberginen, grüne Bohnen, Karotten, Paprikaschoten, Lauch, Rotkohl, Wirsing, Radieschen, Tomaten, Blattsalat
Alle pflanzlichen Nahrungsmittel sollen kaliumarm zubereitet werden.
   
(U)
Gemüsesäfte (K), Gemüseflüssigkeit in Konserven (K), Hülsenfrüchte (K,P), Staudensellerie (K), Blumenkohl (K), Brokkoli (K) Grünkohl (K), Kohlrabi (K), Rosenkohl (K), Fenchel (K), Erbsen (K), Kichererbsen (K,P), Rettich (K) Rote Beete (K), Sellerie (K), Zucchini (K), Spinat (K), Schwarzwurzel (K), Spargel (K), Pilze (K)
 

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(G)
Brötchen, Weißbrot, Toast, Zwieback, Mischbrot, Graubrot, Blätterteiggebäck, Mürbeteiggebäck, Hefegebäck, Sandkuchen, Biskuit
Nudeln, Reis, Kartoffel, letztere kaliumarm zubereitet
   
(U)
Jedes Gebäck, hergestellt unter Verwendung von Backpulver (P), Vollkornbrot (K,P), Pumpernickel (K,P), Schwarzbrot (K,P), Knäckebrot (K), Haferflocken (P), Müsli mit Schokolade (P), mit Nüssen (K,P), mit Trockenobst (K), Nusskuchen (K,P), Kartoffelpüree (K), Pommes frites (K), Pellkartoffeln (K) 
 

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Ausreichende, aber keinesfalls übermäßige Flüssigkeitszufuhr

Den meisten Dialysepatienten wurde in der Zeit vor der lebenserhaltenden Dialysebehandlung angeraten sehr viel Flüssigkeit aufzunehmen. Dieses gilt für den Dialysepatienten nicht mehr. Die meisten Dialysepatienten haben nur noch eine verminderte Restausscheidung über die erkrankten Nieren. Somit verbleibt stets ein Rest von Flüssigkeit im Körper, der während der Dialyse entfernt werden muss. Eine Gewichtszunahme sollte im Dialyseintervall während der Wochentage auf 2 kg und über das Wochenende auf 3 kg begrenzt bleiben.
Zu ca. 95% ist die Gewichtszunahme zwischen den Dialysen auf die Flüssigkeit (Wasser) zurückzuführen, die von den Nieren nicht mehr ausgeschieden werden kann. Gewichtszunahmen durch feste Nahrung gleichen sich durch Stoffwechsel und Energieverbrauch aus.

Faustregel für die richtige Trinkmenge:
Menge der täglichen Restausscheidung über die Nieren + 500 bis 750 ml = tägliche Trinkmenge

Praktisches Vorgehen:
Sammeln Sie in einem Meßgefäß während der Woche die Urinausschidung ab Ende der Dialyse (z. B. Montag) bis vor Beginn der folgenden Dialyse (z. B. Mittwoch). Teilen Sie die gemessene Menge durch 2, um den Durchschnitt der täglichen Restausscheidung zu erhalten. Diesen Wert ergänzen Sie mit 500 bis 750 ml. Letzteres ist die Menge an Wasser, die der Körper über die Haut und die Atmung verliert.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Trinkmenge über diese Berechnung nicht richtig austariert ist.

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Kalium einsparen:

Kalium ist ein sehr stoffwechselaktives Element, das überwiegend aus pflanzlichen Nährstoffen mit der Nahrung aufgenommen wird. Gesunde Nieren können den Kaliumgehalt im Körper auf einem sehr konstanten Niveau halten. Die kranken Nieren bei Dialysepatienten können Kalium nicht mehr oder nur ungenügend ausscheiden. Ein erhöhter Kaliumüberschuss ist gefährlich und bei entsprechender Grenzwertüberschreitung lebensgefährlich.
Im Folgenden sind Anleitungen zusammengestellt, wie bei der Nahrungszubereitung der Kaliumgehalt in der Nahrung reduziert werden kann.

1. Flüssigkeiten aus Konserven (Obst-, Gemüse-, Fleischkonserven) immer weggießen
Obstsäfte zum Trinken stets stark verdünnen (1 Teil Obstsaft + 3 bis 4 Teile Wasser)

2. Zubereitung von Gemüse, Salaten und Kartoffeln:
- Erste Methode: Schneiden sie die verwendeten pflanzlichen Nahrungsmittel immer klein.
Legen Sie die in Würfel oder Scheiben geschnittenen Teile über Nacht in eine große Menge Wasser
1 Teil Nahrungsmittel in 10 Teile Wasser, damit Kalium ins Wasser übertreten kann.
Schütten Sie das Wasser unbedingt vor der Weiterverarbeitung der Nahrungsmittel weg.
- Zweite Methode: Schneiden sie die verwendeten pflanzlichen Nahrungsmittel wie oben angegeben.
Verwenden Sie zum Kochen 1 Teil Nahrungsmittel in 8 bis 10 Teile Wasser. Durch die Hitze
platzen die Pflanzenzellen auf und lassen Kalium ins Wasser übertreten. Schütten Sie das
Kochwasser weg. Erste und zweite Methode lassen sich auch kombiniert anwenden.

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Einsparen von Phosphaten

Phosphate treten in Nahrungsmitteln im Wesentlichen aus zwei Gründen auf. Einmal als Zusätze zu den Nahrungsmitteln, um Geschmack oder Konsistenz zu beeinflussen. So basiert der Geschmack von Cola auf Phosphaten und die Konsistenz von bestimmten Wurstzubereitungen und Käsesorten auf dem Zusatz von Phosphaten.
Zusätze von Phosphaten in Nahrungsmittel werden häufig mit sogenannten E-Nummern ausgewiesen: E 338; E 339; E 340; E 341; E 450a; E 450b; E 450c.
Zum anderen sind Phosphate ein entscheidender Bestandteil von Eiweißen, so dass alle eiweißhaltigen Nahrungsmittel auch ohne Phosphatzusätze Phosphorverbindungen enthalten (Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukte, aber auch eiweißhaltige pflanzliche Nahrungsmittel).
Der menschliche Körper braucht aber Eiweiß, und gerade der Dialysepatient braucht viel Eiweiß, um nicht in eine fatale Mangelernährung abzugleiten. Somit ist eine gewisse Phosphataufnahme nicht zu vermeiden.

Im Folgenden sind Nahrungsmittel zusammengestellt, auf die verzichtet werden soll, da sie viel bis sehr viel Phosphate enthalten, z. B. als Zusatz, dafür aber kein Eiweiß, oder im Verhältnis zur Phosphatmenge wenig Eiweiß beinhalten.

Cola und Colagetränke (E 338), Backpulver (E 341), Eigelb, Kondensmilch (E 339), Kaffeeweißer (E 340), trinkfertige Milchprodukte, Schmelzkäse (E 450), Kochkäse (E 450), weicher Schnittkäse wie Scheibletten etc., Brühwurst (E 450), Kochpökelware, Pökelfleisch, Kassler, Leber-, Kalbs-, Fleischkäse (E 450), Fleischkonserven, Bratfisch wie Bratheringe, Räucherfisch, Fischkonserven. Siehe auch mit (U) gekennzeichnete Lebensmittel unter Milchprodukte und Fleisch in obiger Tabelle.

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Einsparen von Kochsalz

Vorsicht beim Einsparen von Kochsalz: Verwenden Sie kein Diätsalz. Dieses ist auf Kaliumbasis aufgebaut und für Dialysepatienten höchst gefährlich! 

Das Ensparen von Kochsalz ist für den Dialysepatienten von Bedeutung. Kochsalz erzeugt Durst, führt zu übermäßiger Flüssigkeitszufuhr und ist in mancher Hinsicht mit verantwortlich für die Ausbildung eines erhöhten Blutdrucks mit den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken.
Dennoch ist das Einsparen von Kochsalz gegenüber dem Eisparen von Phosphaten und Kalium eher einfach durchzuführen.

Meiden Sie das Zusalzen von Speisen, vermeiden Sie den Verzehr gesalzener Fertigprodukte. Bedenken Sie, dass in Sossenpulvern, Suppenwürfeln, Bratenfonds und Grillwürzmischungen neben Phosphaten zum überwiegenden Teil Kochsalz enthalten ist.

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Schwerpunktpraxis für Nieren und Diabetes, Dialyse- und Nierenzentrum in Augsburg

 

 

 

 

 

 

 

 


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